13. Januar - 15. Januar in Quito
16. Januar - 31. Januar im Amazoonico (http://www.amazoonico.org)
2. Februar in Quito
3. Februar - 6. Februar in Cuenca
7. Februar - 10. Februar am Strand (http://www.hotelclubdelsol.com)
11. Februar in Quito
13. Februar Rückflug
13. Januar
Diese Story ist schnell erzählt: Um 03.40 reisen wir vom Schlössli ab nach Bern. Schon die Fahrt durch Bern zeigt die Vorzeichen unserer Reise: Wir müssen kein einziges Mal halten - alle zehn Ampeln stehen auf Grün. Der Zug wartet schon auf uns und bringt uns zum Flughafen. Dort öffnet eben der Schalter, an dem wir einchecken. Da gibt es ein klitzekleines Problemchen, da einer meiner Koffer 26kg statt der erlaubten 23kg wiegt. Die andern sind aber mit 19kg, 20kg und 14kg unterbelegt, so dass wir nur schnell ein paar Bücher umpacken müssen.
Entgegen der sonstigen Iberia-Gepflogenheiten startet das Flugzeug von einem der nahsten Gates. Nur die Kontrolle ist ein bisschen mühsam, da erst ein einziger Schalter geöffnet ist und gleichzeitig drei Flieger abfertigen muss. Aber auch das geht vorbei... Pünktlich startet die Maschine und pünktlich kommt sie in Madrid an.
Im Moment sitzen wir in einem Cafe und warten auf die Weiterreise um 12.10 Uhr.
Und auch die ist wunderbar. Kurz vor dem Start bekommen wir ein Upgrade in die Business Class und können die nächsten elf Stunden sehr gemütlich bei bestem Essen, einer grossen Auswahl Filmen und bequemem Schlafen geniessen :-).
In Quito sind wir schnell aus dem Flieger raus und durch die Passkontrolle. Jetzt kommt die spannende - und leidige - Angelegenheit mit dem Gepäck. Schafft die Iberia es, diesmal alle vier Koffer schon heute zu liefern? Wir wetten: Sigi setzt auf drei, ich auf alle vier. Und siehe da, Sigis Koffer ist schon das dritte Gepäckstück auf dem Rollband! Der hat auch immer Glück... Bald einmal kommt der Essenskoffer und dann auch der Geschenkekoffer. Fertig ist. Mein Koffer bleibt wieder mal aus. Wir warten und warten... Man sieht, dass von den vier Gepäckwagen einer nach dem andern geleert ist - aber es stehen noch viele Leute da, die ihre Koffer brauchen. Aus früheren Jahren gewitzt geworden, stellt sich Sigi schon mal vor die Theke, wo man nachher die fehlenden Stücke deklarieren muss. So sind wir wenigstens dort die ersten. Eine Abfertigung dauert nämlich mindestens 20min - und wenn man nur schon der Vierte in der Reihe ist, so dauert das... Ich bleibe beim Rollband und warte. Da wird doch tatsächlich noch mal ein Gepäckwägelchen vorgeschoben und es kommen neue Koffer aufs Band. Es dauert noch ein Weilchen, dann ist tatsächlich auch meiner da :-). Wette gewonnen!
Das letzte Nervenstück ist noch die Zollkontrolle. Ich habe 12 Fotokameras für die Bilingüe dabei, die ich eigentlich nicht verzollen (sprich schmuggeln) will, da der Zoll hier 100% des Neuwertes beträgt. Früher wurden stichprobenartig Koffer geöffnet - und da habe ich schon mit normalem Material öfters Probleme gehabt. (Warum z.B. braucht ein Tourist Pfannen oder Lampen?) Heute werden die Koffer durchleuchtet, wodurch man nicht mehr "schlüpfen" kann. Natürlich habe ich die Kameras so verpackt, dass sie nicht grad auffallen (in jedem Koffer drei, weit auseinander und in verschiedenen Lagen, damit sie beim Durchleuchten nicht gleich aussehen), aber man weiss ja nie... Während die Gepäckstücke durch die Kontrolle fahren, stelle ich dem Kontrolleur so doofe Fragen, wie "Muss ich die Jacke auch ausziehen?" "Nein, das Gepäck genügt!" "Ja und den Gürtel??" "Nein!!" Soll ich denn die Schuhe ausziehen???" "Nein!!!" "Ja, aber während dem ganzen Flug wurde doch immer alles kontrolliert..." "Ja schon, aber dies hier ist keine Sicherheitskontrolle, sondern nur die Suche nach Schmuggelware." "Ach so, jetzt versteh ich das! Ja dann ist ja gut!" - und damit waren wir durch, er hat gar nie auf seinen Monitor geschaut ;-).
Draussen wartet schon Hélène auf uns. wir verstauen alles Gepäck in ihrem Auto und fahren nachhause. Dort packen wir schon mal ein bisschen aus und um. Sie freut sich riesig über die mitgebrachte Schokolade und den Käse. Nach einem kleinen Nachtessen gehen wir zu Bett. Wir wissen zwar schon, dass es eine mühsame Nacht wird. Die Höhe macht uns immer zu schaffen - und dann kommt noch dazu, dass wir nach unserer Zeit um 4 Uhr morgens zu Bett gehen. Normal schläft man da bis 9 Uhr, was dann nach hiesiger Zeit 3 Uhr morgens sein wird, wo wir hellwach sein werden und uns im Bett rumdrehen und warten, bis es Morgen wird - oder eben diesen Reisebericht schreiben :-).
14. Januar
Nach einer schlecht durchschlafenen Nacht sind wir schon sehr früh wach. Wir müssen aber bis acht Uhr warten, bis wir irgendetwas unternehmen können. Als erstes fahren wir zum Flughafen und erkundigen uns, wie wir auf der Heimreise vier Meerschweinchen mitnehmen können. Von Schweizer Seite aus ist das sehr einfach: Haustier-Nagetiere darf man ohne Kontrolle einführen. bei der Fluggesellschaft sind sie auch angemeldet und stehen sogar auf unseren Tickets: MrvonSteigerSiegfried + 2 guinea pigs pet in cabin und MrsvonSteigerChristine + 2 guinea pigs pet in cabin. Aber nun sieht es so aus, wie wenn Ecuador eine kompliziertere Sache daraus machen würde. Ich muss eine Einfuhrbewilligung des BVET haben, damit ich die Tiere ausführen darf. Die habe ich aber nicht, weil es ja gar keine braucht. Ich habe nur das Mail, in dem steht, dass die Einfuhr frei ist. Aber das genügt hier nicht. Nun werde ich dieses Mail in einen hübsch offiziell aussehenden Brief umwandeln - Computer sei Dank!
Nach dem Besuch des Landwirtschaftsministeriums kaufen wir noch einige Lebensmittel ein und bringen sie nachhause. Des Weiteren holen wir in der Casa Helbling zwei Koffer ab, in denen wir letztes Jahr Wäsche hier gelassen haben und fahren zum Mittagessen ins Capuleto, ein hübsches und gutes italienisches Restaurant. Auf dem Nachhauseweg bestelle ich mir beim Optiker noch eine neue Brille: Ein neues Gestell mit stark korrigierten Gleitsichtgläsern kostet hier nur 500$, ein Drittel dessen, was ich in der Schweiz zahlen würde....
Zuhause angekommen sind wir ziemlich geschafft. Sigi ist sowieso stark erkältet - höchste Zeit, dass wir in die Wärme kommen! Nach einigem Telefonieren finde ich auch ein Taxi, das uns morgen zu einem annehmbaren Preis nach Tena fährt. Jetzt müssen wir nur noch unsere - derweilen sechs - Koffer sortieren und umpacken, damit alles, was in den Urwald gehört, mitkommt - und alles, was wir erst später brauchen, hier bleibt.
15. Januar
Um 10 Uhr werden wir von einem Taxi aus Tena abgeholt. Wir haben extra von Hélène den Toröffner erhalten, damit das Auto vors Haus fahren kann und wir nicht all die schweren Koffer auf die Strasse runter tragen müssen. Die Sachen sind bald auf der Ladefläche der Camioneta verstaut - aber als wir raus fahren wollen, öffnet sich das Tor nicht mehr. Wir drücken und drücken auf dem Öffner rum - nichts passiert.... bis wir merken, dass genau um 10 Uhr die Stromrationierung in unserem Quartier angefangen hat. (Weil Quito und Umgebiung seit Juni 09! keinen Regen mehr hatte, wird sowohl das Wasser wie auch der Strom rationiert. Jeder Stadtteil hat zwei Stunden pro Tag kein Wasser und keinen Strom.) Zum Glück kan man das Kipptor noch manuelle entriegeln und von Hand hochstemmen, bis das Auto drunter durch gefahren ist.
Wir sind sehr gespannt auf die Reise, denn die Strasse sollte jetzt endlich fertig asphaltiert sein. Vor zwanzig Jahren waren noch drei Viertel Überlanbpiste, dann wurden nach und nach immer wieder kleinere Stücke Instand gesetzt. Im letzten Jahr fehlten noch sieben Kilometer im schlammigen Guacamayos. Das sollte jetzt aber auch fertig sein... Wir staunen nicht schlecht: Eine wunderbare Strasse von Quito bis Tena! Früher brauchte man für die Reise 5-6 Stunden, heute fuhren wir es in drei einviertel.
In Tena angekommen checken wir im Hotel Yutzos ein, dem einzigen hier, das ein wireless Lan hat :-). Der erste Gang geht dann zu Lisbeth ins Cafe Tortuga, wo wir etwas Kleines essen und uns die neuesten Storys aus Tena erzählen lassen. Hier treffen wir zufällig auf einen Schweizer Landvermesser, der für das hiesige Umweltministerium arbeitet. Wir heuern ihn gleich an, für Selva Viva eine Landkarte zu erstellen. Sobald er mit seiner Arbeit hier fertig ist, wird er das in Angriff nehmen :-).
Nach einem erholsamen Mittagsschläfchen treffen wir uns im Chuquitos mit unserem Tierarzt und seiner Frau. Sigi hat viel zu besprechen, was unsere Tiere und den Kauf von Neuen angeht. Es ist ein sehr unterhaltsamer und interessanter Abend. Die Beiden begleiten uns noch zurück ins Hotel. Unterwegs meint Carina, es sei schon ein sehr frischer Abend - bei 26°! Wir amüsieren uns sehr da drüber, denn wir geniessen es, nur im T-Shirt draussen herum gehen zu können :-).
Jetzt sind wir wieder zurück im Hotel. Sigi liegt schon im Bett, ich schreibe noch diesen Bericht. Draussen spielt jemand typische wehmütige südamerikanische Gitarrenmelodien, die Grillen zirpen, das Flüsschen rauscht unter unserer Terrasse, es ist warm und gemütlich - und wir werden wohl unsere erste wirklich geruhsame Nacht erleben :-).
16. Januar
Wie erwartet haben wir wunderbar geschlafen :-).
Wir befinden uns zwar im besten Hotel am Platz, doch das Frühstück ist nicht so toll... Am Morgen besuchen wir einige Freunde hier in Tena und laden sie zu Sigi's Geburifest nächsten Samstag ein. Alle freuen sich sehr, uns zu sehen :-). Und jetzt fahren wir dann gleich nachhause - runter in den Urwald. Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich alles im letzten Jahr entwickelt hat!
Gleich nach dem Mittag holt uns Fabian mit dem Taxi ab. Die Strasse ist noch immer sehr gut. In Tena sind sie sogar dran, die ganze Hauptstrasse vom Zentrum am Terminal vorbei bis zum Spital zu "plätteln". Wer Tena kennt, würde es kaum wieder erkennen!
Nur grad eine Stunde braucht das Taxi zum Puerto Barantilla. Victor ist nicht da. Wenn wir Pech haben, müssen wir bis vier Uhr warten. Zum Glück ist einer unserer Schüler unten am Fluss. Er weiss, dass Victor zur Liana Lodge gefahren ist. Da wir seit letztem Jahr hier unten Telefonempfang haben, kann ich unten anrufen. Nach einer halben Stunde ist das Kanu da und bringt uns zum Amazoonico. Nach einer Stunde ist das ganze Material ausgepackt und eingeräumt, die Betten sind gemacht und wir können uns ausruhen :-). Gegen Aben kommen noch Michi und Joelle vorbei und erzählen uns das Neueste aus dem Park.
Nach Einbruch der Dunkelheit gibt's z'Nacht: Rollschinkli, Rösti und Tomatensalat. Nun liegen wir im Bett und hören um uns herum die herrlichen Urwaldgeräusche. Das ist ein Zirpen, Pipsen, Pfeifen, Trillern, Quietschen, Quacken - es ist wunderbar! Bei diesem Hintergrund werden wir sicher herrlich schlafen! :-)
17. Januar
Früh morgens werden wir durch lautes Hundegebell und Geschrei geweckt: Ein fremder Hund hat eines unserer Schafe gerissen! Michi ist stinksauer, konnte den Hund aber nicht erwischen. Jetzt muss er noch vor dem Frühstück das Schaf zerlegen, damit wenigstens das Fleich noch genutzt werden kann.
Wir frühstücken etwas später und spazieren dann zu Joelle und Michi, trinken dort einen Kaffee und paudern über alles Mögliche. Dann schauen wir uns den Amazoonico an. Es hatr ein ganz süsses ein Wochen altes Wasserschweinchen, Felix, das jaguarundi hat ein riesiges neues Gehege bekommen, das Ozelotgehege wurde auch erweitert und das Pygmäenäffchenweibchen hat ein Gespänchen und ein Männchen bekommen, so dass die drei nächstens als Familiengruppe ausgewildert werden können.
Den Nachmittag verbringen wirt mit faulenzen - und schreiben eine lange Einkaufsliste, was alles im Haus fehlt. Der Durchlauferhitzer ist defekt, ebenso der Kochherd, dann fehlen einige Kochgeschirre, usw. Ich werde morgen früh schnell nach Tena fahren um wenn möglich diese Sachen einzukaufen. Wenn wir erst am Donnerstag gehen und dann vielleicht das eine oder andere bestellt werden muss, dann kommt es erst an, wenn wir schon wieder abreisen...
Gegen Abend kommen die Lehrer von Tena heim und erzählen uns ein bisschen, was letztes Jahr gelaufen ist. Kurz vor dem Einnachten geht ein gewaltiger Gewitterregen nieder - aber wir sitzen ja am Trockenen :-). Wir essen früh z'Nacht, gehen ins Bett und schauen uns noch eine Sendung unseres Lieblingskrimis an (habe ich auf DVD mitgenommen). Danach steht dem guten Träumen nichts mehr im Wege.