8. Februar

Mal ein völlig ereignisloser, geruhsamer Tag. Mit dem Morgenessen müssen wir bis 9 Uhr warten, weil ein heftiger Regen über der Anlage nieder geht und wir nicht zum Esssaal gehen können. Gleich danach scheint aber die Sonne wieder. Auf dem Weg ins Dorf holen wir uns schon den ersten Sonnenbrand :-). Den Nachmittag verbringen wir ausschliesslich mit sünnele, Meer bädele, Pool bädele, Cocktail schlürfele, schläfele :-).

9. Februar
Heute ändern wir das Programm massiv: Wir gehen am Morgen schwimmen und Mittags ins Dorf :-). Übrigens haben wir grad das gleiche Wetter wie in der Schweiz: Morgens noch Sonne und gegen Mittag bewölkt. Drum mussten wir uns in der Badehose unter einen Sonnenschirm setzen um unseren Cocktail zu trinken und zu warten, bis der Regen vorbei ist...
Mittags wollen wir eine Pizza essen, aber alle fünf Pizzerias im Dorf sind geschlossen. Drum einigen wir uns auf Spaghetti, Sigi Carbonara und ich Marinero. Nachmittags wieder schläfele, bädele, sünnele, schlürfele.... Und nach dem Nachtessen sehen wir uns noch einen Tatort im Compi an. Warum bringen es wohl ARD und ZDF fertig, ganze Fernsehsendungen in guter Qualität ins Netz zu stellen - und die 20minütige Tagesschau von SFTV ist bildtechnisch katastrophal, bleibt immer wieder stecken und geht oftmals gar nicht...?

10. Februar
Den ganzen Morgen warten wir darauf, dass der Regen nachlässt. Am Mittag gehen wir trotzdem im Meer baden - naja, nur bis zum Bauch ;-). aber im Pool schwimmen wir dann richtig... Das Mittagessen lässt lange auf sich warten, es bleibt uns nachher nur kurze Zeit zum Packen und zum Zahlen, dann holt uns das Taxi auch schon ab.
Natürlich sind wir wie immer viel zu früh am Flughafen. Ein TAME-Flieger steht schon da und wir hoffen, dass wir auf den früheren gebucht werden. Aber das einchecken geht ein bischen lang, weil sie uns in der Liste nicht finden können. Aber ich bin sicher, dass wir bezahlte Passagen haben. Wir haben zwar effektiv kein Ticket, aber Mayra hat uns gesagt, dass es reicht, wenn wir nur die Pässe vorweisen. Da fällt mir ein, dass ja auf den Hinfahrttickets unsere Namen falsch geschrieben waren: "DOMSTIGER" stand da drauf. Ich schreib es dem Schaltermenschen auf - und siehe da, so findet er uns :-). Derweilen ist aber der frühere Flug schon geschlossen und wir müssen auf die 16.20-Maschine warten. Naja, tatsächlich kommt er erst um 16.30 an und fliegt um 17 Uhr weg. Aber das ist ja egal...

Meerschweinchenstory Teil 4: Morgen wollen wir ja schauen, ob wir solche Tierchen kaufen können - da gehen wir gleich noch Transportkistchen kaufen. Das gibt es natürlich so nicht. Wir gehen in ein Plasticentro und schauen uns nach Plastikbehältern um. Das Praktischste scheint und eine Werkzeugkiste zu sein. Die hat gute Verschlüsse und einen Henkel. Aber mit der Grösse will es nicht so klappen. Die Fluggesellschaft erlaubt eine Kiste von 35x25x20cm - aber dieses Mass gibt es natürlich nicht. Entweder ist es zu gross, oder für zwei Meerschweinchen zu klein. Wir fahren noch in ein grosses Handwerkergeschäft. Dort entschliessen wir uns für zwei Werkzeugkisten von 40x20x20cm. Falls die Leute beim Checkin Probleme machen, kann ich ihnen hoffentlich erklären, dass meine Kiste nur 800cm2 gross ist, sie ja aber 875cm2 erlauben würden - und das Volumen ist gar nur 1600cm3 gegenüber den 1750cm3 die sie erlauben. Hoffentlich haben sie im Rechnen aufgepasst! ;-)Wir kaufen auch noch zwei Spanngurte, um die Kistchen zu sichern und zwei grosse Becken, damit die Tierchen morgen Abend noch einigermassen gut schlafen können.
Zuhause angekommen bohren wir mit viel Mühe je fünf Luftlöcher in jedes Kistchen. Es gibt kein geeignetes Werkzeug und die Messer hier sind viel zu weich.

11. Februar
Meerschweinchenstory Teil 5: Schon um 8 Uhr morgens sind wir am Markt. Die Metzgersfrau hat tatsächlich vier Meerschweinchen da. Auf den ersten Blick scheinen sie gesund zu sein - nur eben ziemlich gross :-). Aber sie passen in unsere Kistchen.Wir kaufen sie und düsen damit gleich ab zum Flughafen.

Meerschweinchenstory Teil 6: Stolz präsentiere ich beim Veterinärdienst am Flughafen all meine Papiere. Die Tierärztin ist beeindruckt, dass mal jemand kommt, bei dem alles in Ordnung ist - oder ist sie deswegen vielleicht ein bisschen genervt? ;-) Sie öffnet die Kistchen und schaut sich die Tiere an: "Oh nein, die können Sie nicht mitnehmen!" "Warum denn?" "Die sind ja voller Flöhe!" Und wirklich - die vier Söili haben ein reges Leben in ihrem Pelz. Mist! Das versteh ich natürlich schon. Ja, was tun? Die Veterinärin rät mir, zu einem Tierarzt zu gehen und die Tiere entlausen zu lassen. "Ja, und wenn sie sauber sind - dürfen sie dann reisen?" "Ja, wenn alles in Ordnung ist, dann schon."

Meerschweinchenstory Teil 7: Wir nehmen ein Taxi und fahren los, immer Ausschau haltend nach einer Tierarztpraxis. Die Erste ist geschlossen, die Zweite auch, die Dritte ist gar nicht mehr da. Wir kehren um und sehen, dass die Zweite derweilen geöffnet hat. Also rein mit den Viechern und dem Tierarzt den Fall erklärt. Ja klar, er badet sie und spritzt noch ein Antiparasitenmittel. Damit sollten sie sauber sein. Um 15 Uhr können wir sie abholen.

Derweilen ist es fast Mittag. Wir haben heute mit Guillo zum Mittagessen abgemacht. Punkt 12 Uhr sind wir in seinem Büro. Oh jeh, die Sekretärin sagt uns, dass er eben aus dem Haus ist - eine Sitzung. Sie ruft ihn an. Tja, er hat uns vergessen, aber in einer oder eineinhalb Stunden ist er wieder da. Was tun wir derweilen? Wir könnten in einen Supermaxi gehen und noch Tee kaufen (den ich nachhause nehmen will) und schauen, ob es dort gute Messer hat, denn ich will noch einige Löcher mehr in die Kistchen bohren. Im Supermaxi finden wir dann tatsächlich eine kleine, nicht zu teure Bohrmaschine. Die Kaufen wir, denn das ist ja schon viel einfacher :-).
VViel zu schnell sind wir mit den Einkäufen fertig - noch immer eine Stunde bis Guillo zurück ist. Wenn wir dann mit ihm essen gehen, dann reicht es knapp um um 15 Uhr beim Tierarzt zu sein - der Flughafen braucht auch noch seine Zeit und um 17 Uhr müssen wir zuhause sein, denn dann sind wir eingeladen. Wir entschliessen uns, gleich hier zu essen. Um 13.20 rufe ich Guillo an um ihn zu fragen, ob er auch ins Restaurant kommt oder ob wir ins Büro kommen sollen. Tja, er ist immer noch in der Sitzung - und es wird bis 15 Uhr dauern. Zum Glück haben wir nicht gewartet! Wir machen auf Morgen ab - und haben jetzt wieder zuviel Zeit. Ich komme auf die Idee, doch in sein Büro zu gehen und die Sekretärin unsere Flüge für Morgen bestätigen zu lassen. Das tut sie den auch und versichert sich, dass auch die vier mitreisenden Meeris angemeldet sind.

Meerschweinchenstory Teil 8: Um 14.45 sind wir beim Tierarzt, der uns versichert, das alles in Ordnung sei, die Tierchen jetzt sauber und bei guter Gesundheit seien. Das gibt er uns auch schriftlich mit.

Meerschweinchenstory Teil 9: Am Flughafen bittet uns die Tierärztin zu warten, bis ihr Chef da sei. Der kommt dann auch bald und macht ein bedenkliches Gesicht. Meine Papiere sind zwar in Ordnung, doch ist es unmöglich, dass die Tiere nach einem Bad sauber seien. Zu Zweit suchen sie alle Meerschweinchen ab und finden tatsächlich bei einem auch noch einen überlebenden Floh. Tja, wenn da einer sei, dann hätte es auch noch ganz viele andere (obwohl sie nichts mehr gefunden haben). So können sie uns kein Gesundheitszeugnis ausstellen. Au weh - was sollen wir da tun? Den Flug verschieben - geht nicht. Andere Tiere kaufen - geht nicht. Erst nächstes Jahr wieder welche mitnehmen - will ich nicht. Wir diskutieren hin und her. Mir ist klar, dass ich sie nicht dazu bringen kann, einen Gesundheitsschein auszustellen. Aber warum hat mir bei meinen vorherigen Besuchen hier nie jemand gesagt, was getan werden muss? Immer handelte es sich nur um Papiere... Das können sie sich auch nicht erklären - obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass der "Chef" der Mann ist, der mir vor drei Wochen Auskunft gegeben hat....
"Werde ich ein Problem haben, die Tiere hier auszuführen?" "Nein, Sie werden ein Problem haben, sie in der Schweiz einzuführen." "Ja, aber das ist MEIN Problem." (Und ich weiss, dass ich keines haben werde...) "Fragt den die IBERIA nach einem Gesundheitszeugnis?" "Keine Ahnung - aber Sie werden eines brauchen, wenn Sie in der Schweiz einreisen." (Das stimmt nicht.) Also, wir einigen uns darauf, dass sie mir kein Zeugnis geben und dass ich Morgen mit den Tieren zur IBERIA gehe - und dann werden wir sehen, ob sie sie mitnehmen oder nicht. Wenn nicht, dann lasse ich sie einfach da. Ich kann ja nicht mehr verlieren als die vier Tierchen. Jetzt sind wir gespannt, ob Meerschweinchenstory Teil 10 heisst "sind mitgekommen" oder "sind hier geblieben".

Zurück zuhause bereiten wir beiden Pärchen eine Kiste mit Gras und Rüebli, damit sie die Nacht gut verbringen können. Sigi und ich sind noch bei Margrith und Werner Bircher eingeladen. Wir kennen sie zwar noch nicht, aber wir kennen den Götti von Werner. Der hat uns die Adresse gegeben. Es wird ein schön er, sehr interessanter Abend. Die Zwei leben schon 40 Jahre in Ecuador und haben ein wunderschönes Anwesen in Tumbaco. Wir haben einander viel zu erzählen, unterhalten uns bestens - und entsprechend spät wird auch der Abend :-).
Und mitten in der Unterhaltung erreicht mich per SMS die Nachricht: Ich bin jetzt Direktorin einer bis ins 10. Schuljahr legalisierten Schule! Die Bilingüe hat noch Mal einen Zacken zugelegt und sind heute mit den offiziellen Papieren gekommen :-). Díos le paga!

12. Februar
Wir stehen erst um 9 Uhr auf, packen die Koffer und frühstücken. Irgendwann machen wir uns mit einer Koffer und einer Tasche, die beide hier in Quito bleiben, auf den Weg zur Casa Helbling. Dort dürfen wir die Sachen einstellen. Dann fahren wir gleich weiter zu Guillermo. Obwohl wir eine halbe Stunde zu früh da sind, ist er auch da :-) und wir gehen zusammen in sein neuen Restaurant essen - sehr gut!
Nachmittags haben wir noch zwei Stunden Zeit, bis wir uns auf den Weg machen zum Flughafen. Jetzt steigt die Spannung, ob wir die Meerschweinchen wirklich mitnehmen dürfen oder nicht :-). Letzte Wetten werden angenommen....

Meerschweinchenstory Teil 10: Unser Gepäck ist eingecheckt, wir haben die Platzkarten, da frage ich, ob das mit den Meeris in Ordnung geht. Was??? Naja, es ist doch in unseren Tickets vermerkt, dass wir mit vier Cuyes reisen. Ui, das hat sie nicht gesehen. Da muss sie den Kollegen fragen. Sie geht - kommt zurück. Ja, geht in Ordnung. Haben wir denn Papiere? Ja klar! Ich gebe ihr alle Papiere, die ich habe. Sie verschwindet damit und wir warten... warten... warten... Endlich kommt sie zurück: Nein, wir können die Tiere nicht mitnehmen, denn es fehlen die korrekten Papiere und sie sind nicht gechipt! Das ist ja ganz neu!!! Von einem Chip hat bis jetzt noch nie jemand gesprochen! Ich mache eine Riesenaufstand und will wissen, warum denn nie jemand auf meine Anfragen - die ich wirklich gemacht habe - die richtigen Angaben gemacht hat? Das kann sie mir natürlich auch nicht beantworten. Ja, was mache ich denn jetzt mit den Tieren? Soll ich sie hier im Flughafen laufen lassen?? Nein, natürlich nicht! Ob ich nicht jemanden habe, dem ich sie geben kann. Nein, ich bin doch als Tourist hier. Na, dann weiss sie auch nicht. Ja, und wenn die Tiere gechipt wären, könnte ich sie dann mitnehmen? Ja klar, ohne Probleme. Ich überlege, ob hier jeder Tierarzt Chips hat - denn in der Umgebung des Flughafens gibt es einige Kliniken. Das würde noch reichen. Ich will aber erst mit ihrem Chef sprechen.

Meerschweinchenstory Teil 11: Im Büro des Chefs präsentiere ich noch einmal alle Papiere. Wieder erklärt er mir, dass die Tiere für eine Einfuhr in ein europäisches Lang gechipt sein müssen. Das stimmt aber so nicht! Die Schweiz verlangt ganz klar keine Chips für Heimtiere. Diese Erklärung des BVET habe ich sogar schriftlich. Er schaut sich das an. Ja, das könnte sein. Aber trotzdem fehlt die Ausreiseerlaubnis des Landwirtschaftsministeriums. (Ja, das weiss ich ja auch. Das sind jene, die mir gestern wegen der Flöhe keine Erlaubnis geben wollten.) Ich stelle mich dumm und weiss von nichts, weil niemand mir gesagt hat, dass ich solche Papiere brauche. Er ist dann aber sehr kooperativ und schickt mich mit einem seiner Angestellten zum Landwirtschaftsbüro. Das ist mir natürlich gar nicht Recht! Wenn der Tierarzt dort mich sieht, dann schmeisst er mich hochkant raus und es wird klar, dass ich alles gewusst habe und versucht habe, die Tiere "illegal" aus dem Land zu bringen. Aber ich kann jetzt nicht mehr abbrechen...

Meerschweinchenstory Teil 12: Im Landwirtschaftsbüro ist ein Veterinär, den ich nicht kenne :-). der IBERIA-Angestellt erklärt ihm den Fall. Er schaut sich meine Papiere an. Ja, das reicht nicht ganz. Ich bräuchte eine Bewilligung von Dr. Paredes. Er schaut mich an: "Ja, aber ich kenne Sie doch. Haben Sie das letzte Mal nicht mit Dr. Paredes gesprochen?" Au weh, jetzt erinnere ich mich auch an ihn. Das war bei meinem ersten Besuch hier. Ist Dr. Paredes wohl der Mann, der die Bewilligung nicht geben wollte? "Ich weiss nicht, ich habe mir die Namen der Leute nicht gemerkt." "Doch doch, wir haben Sie doch zu Dr. Paredes geschickt!" - Derweilen ist der IBERIA-Mann ziemlich verwirrt. Ja, ob ich denn schon mal hier gewesen sei? Ich sage ihm, dass das vor vier Wochen war und dass damals alle gesagt hätten, ich könne mit den Tierchen ausreisen. (Das stimmt sogar - nur von gestern, da sag ich nichts.) Der Veterinär fragt, ob wir denn nicht in die Telegrafo gegangen seien? Ach so, DAS ist Dr. Paredes. Doch, doch, der hätte uns auch gesagt, wir könnten ausreisen, wenn wir die Bewilligung vom Ministerium in der Stadt hätten. Ja und? Jetzt zaubere ich meine letzte Kopie es Briefes von Dr. Vargas (dem Chef von Dr. Paredes) aus meinem Mäppchen. Er liest den - und ist ganz erleichtert: Ja, warum ich den denn nicht gezeigt hätte - damit sei alles klar und er könne mir die Papiere ausstellen! :-) Das ist ja toll! Aber die ganze Zeit habe ich furchtbare Angst, dass einer der beiden Veterinäre von gestern reinkommen könnte! Ich bin wie auf Nadeln. Aber ich habe Glück, denn es ist Carnaval und viele Leute haben sich frei genommen - offenbar auch die zwei Veterinäre. Es gibt noch ein kleines Problem mit dem Bezahlen, denn er weiss nicht, wieviel das kostet - und will unbedingt jemanden anrufen um zu fragen. Hoffentlich ist das nicht der Tierarzt von gestern!! Aber noch einmal hab ich Glück - es ist jemand anders. Und nun schreibt er endlich meine Ausfuhrerlaubnis - ich bezahle und der Ausreise steht nichts mehr im Wege. :-) Er meint noch, vielleicht hätte ich in Madrid ein Problem, denn Spanien erlaube nur die Einreise mit gechipten Tieren. Aber ich reise ja nicht ein, sondern gehe nur durch den Transit. Es ist zwar ein gewisses Risiko, dass sie mir dort vielleicht die Tiere abnehmen - aber ich glaube nicht dran....
Der IBERIA-Mann sagt mir, ich könne jetzt mit den Tieren zum Check-in gehen. Ich habe aber schon eingecheckt und die Boardkarten habe ich auch. Na dann, dann soll ich direkt in den Wartesaal gehen. Ich bin unendlich erleichtert - und Sigi, der draussen gewartet hat, kann fast nicht glauben, dass doch noch alles geklappt hat :-).

Jetzt gehen wir in aller Ruhe zum Schalter um die Flughafentaxe zu zahlen. Dieses verrückte Land verlangt heute 55$! Vor drei Jahren waren es noch 18$.... Aber egal. Dann gehen wir hoch zur Zollkontrolle. Da muss ich nirgends mehr die Papiere für die Tiere vorweisen. Wir wollen grad durch die Sicherheitskontrolle, da fängt uns eine Dame ab. Ich müsste nochmal runter kommen und die "Kosten" für die Tiere bezahlen. Aha, das kostet was? Nun ja, das mache ich natürlich auch noch :-). Auf dem Weg frage ich sie, wieviel das denn kostet, denn ich müsste allenfalls noch Geld vom Automaten holen. Sie fragt per Funk nach - 600. 600 was? Wir schauen uns erstaunt an - da hat sie wohl etwas falsch verstanden. Am Schalter steht jetzt der Chef von vorhin und erklärt mir, ich müsste pro Tier 150 zahlen! Die sind ja verrückt!!! Ja, wofür denn? Na, für den Transport. Ja, aber die reisen doch als Handgepäck! So steht es auf meinem Ticket und die IBERIA hat bei meiner Anfrage nichts davon gesagt, dass die auch noch was kosten. Ja, das ist ihm egal. Es kostet 150 pro Tier, also 600 für vier Tiere. Ich sage: "ja, aber nur 150 pro Kistchen." "Nein, 150 pro Tier. So sind die Vorschriften." "Ja, aber warum haben Sie mir das nicht vorher gesagt??? Ich zahle doch nicht 150 Reisekosten für ein Tier, das mich 10$ gekostet hat!" Ach, er hat gedacht, das hätte mir schon die Schalterbeamtin gesagt! Ich versteh die Welt nicht mehr! Sie hat mir ja sagen müssen, dass ich die Tiere ungechipt nicht mitnehmen darf. Warum sollte sie mir dann sagen, dass ich noch Kosten damit hätte? Das war klar sein Fehler. Da hätte sich der ganze Zirkus von vornherein erledigt - denn ich bin doch nicht verrückt und zahle 600$ für vier Tierchen, die mich 40$ gekostet habe - na ja, mit dem Tierarzt und der Bewilligung waren es ja schon 120$, nicht gerechnet die vielen Taxikosten und die Zeit, die wir verbraten haben. Tja, da könne er auch nichts machen. Er hätte gedacht, ich wisse das - und zudem sprächen wir nicht von 600$ sondern von 600 Euro!!! Ich starre ihn an - das wären ja 950$ oder rund 1000 sfr.! Das zahle ich natürlich nicht! Ich mache mit ihm aus, dass ich die Tiere im IBERIA-Büro lassen kann und rufe Hélène an, sie soll sie heute Abend noch abholen kommen. - Und so endet unsere Meerschweinchen-Story. (Hättest du jetzt Wette gewonnen oder verloren?)

Sigi ist ziemlich sauer - und zwar auf das Reisebüro. Ich hatte sie ja beauftragt, bei IBERIA nachzufragen, unter welchen Bedingungen die Tiere zu transportieren wären. Die hätten uns doch sagen müssen, dass der Rückflug was kostet und die Meeris nicht einfach als Handgepäck mitfliegen können. Offenbar gibt es da eine Preisliste: Bis 7kg kostet es 150 Euro pro Tier, gleich ob Maus oder Katze, ab 7kg rechnen sie den Kilopreis mit 30 Euro pro Kilo. Das will ich dann noch genau wissen, wenn ich in der Schweiz zurück bin! Ich kann das so fast nicht glauben. Die vier Meeris wogen ja 5,5kg. Ich vermute eher, dass ich für alle zusammen hätte 150 Euro zahlen müssen. Das hätte ich vielleicht auch getan... Aber vielleicht habe ich die Leute da so genervt, dass sie mich einfach drücken wollten. Wenn ich dann mal weg bin, haben sie ja kein Problem mehr mit mir. Mal sehen...
Tja, so treten wir die Heimreise also nur zu Zweit an. Leider bekommen wir seit vielen Jahren das erste Mal kein Upgrade für die Business-Class (auch wegen der Meeris?) und so wird die Heimreise ziemlich ungemütlich.
In Guayaquil gibt es noch einen Zwischenstopp, dann geht es auf den langen, bisweilen etwas holperigen Flug nach Madrid.

13. Februar
Ein bisschen zu früh sind wir gelandet - und warten jetzt auf den Weiterflug nach Zürich um 16.10 Uhr. Dort landen wir pünktlich um 18.30, bekommen sofort unser Gepäck, erwischen den 19.13 Zug, finden nach einigem Suchen das Auto und sind seit 21 Uhr wieder wohlbehalten zurück im Schlössli.