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Die Eröffnungsrede der Direktorin Christine von Steiger:
Vor 12 Jahren war ich das erste Mal als Tourist in Ecuador. Ich war begeistert von der Schönheit des Landes, vor allem von dieser Region hier im Regenwald. Dieser Zauber liess mich nicht mehr los.
Wir alle wissen, wie wichtig es für die ganze Menschheit ist, den Regenwald zu erhalten. Es ist keine Sache von einzelnen Naturfreunden - es geht uns alle an! Es geht ums Überleben! Stirbt der Wald, so stirbt der Mensch - nicht nur hier in Ecuador, auch bei uns in Europa und auf der ganzen Welt. Wir in Europa waren so dumm, wir haben unsere Wälder abgeholzt und Städte gebaut. Aber in den Städten werden die Menschen krank - zuerst wird der Körper krank, dann der Kopf und zuletzt die Seele. Aber wir können nicht mehr zurück - wir sind heute auf Euch und diese Wälder hier angewiesen! In diesem Sinne sind wir von Euch abhängig!
Ein Jahr nach meinem ersten Besuch beschlossen mein Mann, Angelika, Remigio und ich, einen Teil dieses Waldes hier, so wie er ist, der Menschheit für immer zu erhalten. Mein Mann und ich sammeln in Europa Geld für den Landkauf, Angelika und Remigio arbeiten hier vor Ort.
Dies war der Anfang des Naturschutz-Projektes selva viva.
Alleine hätten wir es nicht geschafft. Wir sind froh und dankbar für die Unterstützung der Indiogemeinde von Ahuano. Ohne sie und ohne die Leute, die für uns arbeiten, ginge nichts.
Einige junge Leute sind in unsere Nähe gezogen und haben hier Familien gegründet. Mit der Zeit stellte sich die Frage, wie der Schulbesuch für ihre Kinder organisiert werden könnte. Diese Problematik interessierte mich sehr, bin ich doch in der Schweiz als Direktorin zweier Primar- und einer Realschule tätig. Ich entschloss mich, hier eine spezielle Schule zu bauen.
Die Finanzierung des Baues übernahm ich selber.
Die Familie Bustamante Ammeter bezahlte das Dach.
Die Familie Canelos Raimann spendete die Möbel und
Remigio arbeitete unbezahlt mit.
Die Familie Suarez Valls schenkte uns einen Generator.
Die Eltern der jetzigen und zukünftigen Schulkinder arbeiteten unbezahlt am Bau mit.
Die laufenden Kosten von 30$ pro Kind pro Monat werde ich mit Spenden aus der Schweiz zusammentragen. Es ist vielleicht wichtig zu wissen, dass es nicht reiche Leute sind, die ihr Geld hier spenden, sondern solche, die den Sinn und Zweck unserer Arbeit anerkennen und die derart mithelfen wollen, den Kindern hier eine gute Zukunft in einem intakten Lebensraum zu ermöglichen.
Unsere Schule wird weder dem schweizerischen noch dem ecuadorianischen Lehrplan verpflichtet sein. Wir wollen eine effiziente Mischung aus beiden, eine Zusammenarbeit mit den hiesigen Schulen vor allem auf kultureller Ebene und wir wollen eine Denkweise fördern, die unserer Philosophie vom Leben im, mit dem und für den Regenwald entspricht.
In unserer kleinen Schule wird es möglich sein, schwächere Schüler zu stützen und individuelle Begabungen zu fördern. Die Schüler sollen das Geschehen in der Schule aktiv mitgestalten. Wir wollen sie lehren, sich mitzuteilen und für die Mitteilungen anderer offen zu sein. Sie sollen eigenständige Persönlichkeiten werden, fähig, sich ein eigenes Urteil zu bilden, Handlungsmöglichkeiten abzuschätzen und allein oder zusammen mit Anderen verantwortbare Entscheide zu fällen.
Diese Kinder hier sind die Zukunft der Indio-Gemeinde, ihrer natürlichen Umgebung, des Regenwaldes und schlussendlich auch von uns. Wir wollen ihnen helfen, auf diese Aufgaben bestmöglich vorbereitet zu sein.
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