|
Wo befindet sich die Schule?
Im Amazonas-Urwald in Ecuador, mitten in einem Freiland-Tierpark der das Zentrum des Regenwald-Schutz-Projektes "SELVA VIVA" ist.
Die Provinzhauptstadt Tena ist in 2h (per Kanu/Bus) erreichbar (Internetcafé). Das nächste Telefon steht in Ahuano, dem nächsten Dorf, in 40min per Kanu ereichbar.
Warum eine Schule mitten im Regenwald?
Das nächste Dorf liegt jenseits zweier Flussläufe vier Kilometer weit weg. Die Kinder unserer indianischen Angestellten, wie auch andere Indianer "hinter" uns haben so lange Schulwege, dass die Familien gezwungen sind, bereits ihre kleinen Kinder die Woche durch bei Verwandten im Dorf zu lassen, weil der Weg zu weit wäre (oder den Schulbesuch einfach zu "vergessen").
Warum gerade dort eine Schule in deutscher Sprache?
Ein Indianerkind geht normalerweise nur sechs Jahre zur Schule. Nachher muss es arbeiten um zu helfen, die Familie zu ernähren. Nur in Ausnahmefällen kann eines die vollen neun Schuljahre absolvieren.
Der einzige Wirtschaftszweig in dieser Region ist der Tourismus. Mit einer Sechsjahres-Ausbildung kann ein Indianerkind dann als Handlanger auf dem Bau oder als Stubenmädchen im Hotel arbeiten. Der Lohn beträgt ca. 5$/Tag. Würde es aber eine Fremd-sprache sprechen, so könnte es als Kellner für 10$/Tag oder gar als Führer für 20$/Tag Arbeit finden.
Die Eltern waren begeistert von der Idee, ihre Kinder bereits in einer Fremdsprache, sei dies jetzt deutsch, englisch oder französisch, die Schule machen zu lassen. Die Chancen auf eine gute Arbeit, die sich damit für sie öffnen, wären riesig.
Wie sieht die Schulorganisation aus?
Der Unterricht beginnt anfangs August. Wir haben momentan (2008/09) 6 KG / 6 1. / 5 2. / 2 3. / 3 4. / 2 5. / 2 6. / 2 7. / 4 8.
Die Klassenorganisation ist ganz den jeweiligen Lehrern überlassen. Wir verfügen über zwei grosse und zwei kleine Schulräume. Jedes Kind hat sein eigenes Pult und seinen Stuhl, die beliebig umgestellt werden können.
Für das Morgen- und Mittagessen, das auch in der Schule eingenommen wird, haben wir dank der Spende der Tagesschule Baden neuerdings einen separaten Essplatz.
Nach was für einem Lehrplan wird gearbeitet?
Wir übernehmen grundsätzlich den Bernischen Lehrplan und Schweizer Lehrmittel. Nur der NMM-Plan richtet sich nach dem ecuadorianischen Lehrplan. NMM und Math werden in Spanisch unterrichtet, alle andern Fächer in Deutsch. Deutsch ist auch die Umgangssprache an der Schule.
Wir haben auch eine Spanisch/Kichwa-Lehrerin, die ebenfalls ganztags an der Schule arbeitet.
Der Unterricht ist völlig individualisiert. Der Lehrer / die Lehrerin hat weitgehend freie Hand bei der Gestaltung des Unterrichts.
Gibt es dann nur eine Sechsjahres-Ausbildung?
Nein. Nebst den Indianern kommen auch die Kinder dreier europäischen Hoteliers-Familien in unsere Schule. Diese möchten später die Möglichkeit haben, in der Schweiz oder in Deutschland zu studieren. Ebenfalls steht es allen Indianern frei, die ganzen neun Jahre unsere Schule zu besuchen.
Nach welchen Grundsätzen arbeitet die Schule?
Siehe Leitsätze.
Und die Anstellungsbedingungen für einen Lehrer / eine Lehrerin?
Da wird viel Idealismus gefordert! Die Schule wird von einem Patenschafts-System getragen. Der Beitrag für ein Kind beträgt sfr 60/Monat. Damit kann einer Lehrperson der Flug, Kost und Logis im Tierpark und ein kleines Taschengeld bezahlt werden.
Zusätzlich engagieren wir auch Kurzzeitlehrer, die allerdings jeweils nur ein paar Monate bleiben (mind. 3 Monate). Diesen Assistenten können wir aber nur Kost und Logis während dem Aufenthalt bezahlen.
Die Unterkunft ist ein kleines Haus mit Küche, Bad, Schlafzimmer und Gästezimmer.
Da man den Tierpark nur per Kanu erreicht, ist ein Fortgehen am Abend nicht möglich. Ab sechs Uhr ist es finster, Elektrizität gibt es keine. Allerdings arbeiten in dem Projekt immer mehrere europäische Volontäre (Schweizer, Deutsche, Dänen), so dass man nicht gerade völlig einsam ist.
|
|
|